Referenten der Fachtagung

Zehnjähriges Jubiläum:
Kinderschutzambulanz in der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen – Kinderschutz ist Netzwerkarbeit

Jedes Kind hat ein Recht auf ein gewaltfreies, sicheres und geschütztes Leben. Kinderschutzambulanzen sind daher ein wichtiger Baustein im Hilfesystem der Versorgung von Kindern, die Opfer von Vernachlässigung, Misshandlung oder Missbrauch geworden sind. Seit zehn Jahren gibt es unter der Leitung von Dr. Christiane Schmidt-Blecher eine solche Ambulanz in der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen. Als wichtige Institution für den Kinderschutz in Gelsenkirchen und den Nachbarstädten arbeitet die Ambulanz eng mit den Netzwerkpartnern wie Jugendämter und Polizei zusammen. „Wir sind ein medizinisches Kompetenzzentrum, das unabhängig und mit besonderer Expertise arbeitet. Die vernetzte und unbürokratische Zusammenarbeit aller Partner macht den Erfolg – und ein großes Engagement bei allen Beteiligten“, sagt Dr. Christiane Schmidt-Blecher.

Gemeinsame Sprache finden
Bei der Fachtagung zum zehnjährigen Jubiläum gehörte Prof. Dr. Sibylle Banaschak, die leitende Oberärztin am Institut für Rechtsmedizin an der Uniklinik Köln und Leiterin des Kompetenzzentrums Kinderschutz im Gesundheitswesen, zu den Referentinnen und Referenten. Die renommierte Rechtsmedizinerin motivierte in ihrem Vortrag die rund 60 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Jugendämter aus Gelsenkirchen, Herten, Herne, Bottrop, Gladbeck und Marl, bei Fragen zu medizinischen Berichten den persönlichen Austausch zu suchen. Die "unterschiedliche Sprache" der Akteure im Bereich Kinderschutz (Medizin, Jugendämter, Justiz) dürfe nicht zu Missverständnissen führen. Wichtig sei, dass Medizin deutlich erkläre und keinen Spielraum für Interpretationen bei der Bewertung einer Kindeswohlgefährdung lasse.

Gesetzeslage
Nicolai Markussian, Leiter des Jugendamtes in Gelsenkirchen, betonte in seinem Vortrag, dass die Gesetze zum Thema Kindeswohlgefährdung in den letzten Jahren deutlich konkretisiert wurden und hob hervor, dass dabei die Zusammenarbeit aller Akteure im Fokus stehe.

Wer sind die Opfer?
Einen Einblick in die Arbeit der Kinderschutzambulanz in der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen gab Diplom-Sozialarbeiterin Gabriele Grühn: „Unsere Auswertungen zeigen, dass Säuglinge und Kleinkinder die größte Anzahl der Betroffenen stellen. Mädchen sind dabei häufiger Opfer. Es sind vor allem die Jugendämter und Kinderärzte, aber auch die Mütter, die uns im Verdachtsfall um Unterstützung bitten.“

Niedrigschwelliges Hilfsangebot
Was ist zu tun, wenn der Verdacht aufkommt, dass ein Kind misshandelt, sexuell missbraucht oder vernachlässigt wird? Dr. Christiane Schmidt-Blecher: „Unsere offene Sprechstunde ist eine erste Anlaufstelle. Sie ist ein niederschwelliges Hilfsangebot, um zu klären, ob sich der Anfangsverdacht bewahrheitet. Wir kennen die örtlichen Hilfseinrichtungen wie Frauenhäuser, Mädchenzentrum oder Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege und können so sehr kurzfristige Hilfsangebote für Betroffene schaffen.“

Kontakt:
Die Kinderschutzambulanz in der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen in der Adenauerallee 30 hat einen 24-Stunden-Notfalldienst. Wer die Ambulanz aufsuchen will, kann das in diesen Sprechzeiten tun – eine vorherige Anmeldung ist sinnvoll, im Notfall nicht erforderlich. Die Ambulanz ist unter 0209 369-333 erreichbar.

Foto (v.l.n.r.)
Gabriele Grühn, Dipl.-Sozialarbeiterin und Mitarbeiterin in der Kinderschutzambulanz, Dr. Christiane Schmidt-Blecher, ärztliche  Leitung der Kinderschutzambulanz, Nicolai Markussian, Leiter des Jugendamtes in Gelsenkirchen, Prof. Dr. Sibylle Banaschak, leitende Oberärztin am Institut für Rechtsmedizin an der Uniklinik Köln und Leiterin des Kompetenzzentrums Kinderschutz im Gesundheitswesen, Dr. Gerrit Lautner, Ärztlicher Direktor der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen.



 


Sabine Ziegler
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